KSV Hessen: Quo Vadis?

Ein Appell

Der Vorstand des KSV Hessen Kassel möchte mit seiner ersten Mannschaft in die RL Südwest aufsteigen. Dies soll notfalls gerichtlich erstritten werden, weil die Regularien der zuständigen Fußballverbände vorsehen, dass vier Vereine in die nächst höhere Spielklasse aufsteigen können und der KSV Hessen nach Abbruch der Saison 2019/20 als Zweitplatzierter der Hessenliga und einer Quotientenregelung der vierte Aufsteiger wäre. So weit so gut.

Es stellt sich aber die Frage: Kann sich der KSV Hessen in sportlicher wie finanzieller Hinsicht das leisten?

Es gibt Experten rund um den KSV, die der Ansicht sind, dass die aktuelle Mannschaft vom Leistungsvermögen her nicht in der Lage ist, in der RL Südwest zu bestehen. Zu stark ist die Konkurrenz und der Kader des KSV qualitativ zu schwach. Bleibt die Frage nach personeller Verstärkung und ihrer Finanzierung. Und hier liegt des Pudels Kern des KSV-Problems, das von den Verantwortlichen des Vereins bislang nicht dargestellt und schon gar nicht gelöst ist.

  1. Mit dem Saisonabbruch haben 6 Heimspiele nicht stattgefunden. Dies dürfte einen Verlust zwischen 60.000 und 100.000 € Euro erbracht haben. Mit einem möglichen “Endspiel” gegen SG Barockstadt Fulda und einer vollen Hütte hätte es leicht mehr werden können. Das sind ca. 10% Verlust auf den aktuellen Etat.
  2. Die Coronakrise dürfte trotz möglicher Soforthilfen, Kredite und dem Kurzarbeitergeld bei laufenden weiteren Kosten das Budget weiter geschmälert haben.
  3. Offen ist, wie sich die Sponsorengelder weiter entwickeln. Das wird künftig das Hauptproblem sein. Die Touristikbranche ist am Zusammenbrechen. Der Hauptsponsor “Schauinsland” dürfte kaum mehr in der Lage sein, seine Mittel für den KSV, wenn überhaupt, in voller Höhe zur Verfügung zu stellen. Auch die Sponsorengelder, wenn auch in geringerer Höhe, von Volkswagen dürften kaum mehr fließen. Schließlich werdend eine Reihe regionaler Sponsoren an den Rand ihrer finanziellen Möglichkeiten kommen und Sponsorengelder streichen.
  4. Wenn der KSV Hessen weiter den Aufstieg betreiben sollte, wovon auszugehen ist, muss die Finanzierung für die RL Südwest budgettechnisch abgesichert sein. Ein Budget unter 1,5 Mio. sichert den Erhalt der Liga nur schwerlich. Ein Budget in dieser Höhe würde den Verein wieder in die Nähe der Insolvenz treiben.
  5. Der Vorstand muss hierzu den Vereinsmitgliedern wie auch der sportinteressierten Öffentlichkeit gegenüber “die Bücher öffnen”. Der Vorstand muss die Finanzierung eines möglichen Aufstiegs darlegen und transparent machen.
  6. In der Planung des Vorstands für die RL Südwest muss neben der finanziellen auch die sportliche Planung offen gelegt werden.
  7. Lieber solide in der 5. Liga die Krise “aussitzen”, als in der 4. Liga untergehen. Keine weiteren Abenteuer des Vereins!

Ich bitte als Mitglied des Vereins, als Freund und Fan und ehemaliges AR-Mitglied des Vereins die Verantwortlichen, verantwortungsvoll zu handeln und die Existenz des Fußballs in Kassel nicht zu gefährden.

M. Lacher

1 Kommentar. Hinterlasse eine Antwort

  • Matthias Uffelmann
    20. Mai 2020 19:06

    Hallo Michael,
    Deine Planungssorgen für die Regionalliga teile ich. Das muss durchkalkuliert werden. Da Fritz Westhelle aber für den Aufstieg ist und sonst eher finanziell zurückhaltend, kann ich mir vorstellen, dass das geplant ist.
    Was die derzeitige, abgebrochene Saison betrifft, sind Deine Prognosen zu den Einnahmeverlusten zwar wahrscheinlich richtig, Du vergisst aber, dass auch auf der Ausgabenseite durch Kurzarbeit massiv eingespart werden konnte. Das dürfte sich in etwa decken, ohne die Zahlen genau zu kennen.
    LG Matthias (Uffelmann)

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